Schneeabenteuer am Polarkreis Mit dem Caravan den Polarkreis erkunden ...

Klirrende Kälte. Kilometerweit und meterhoch Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Dafür umso weniger Menschen und weit und breit nur ein Wohnwagen: der von Daniela und Jörg. Camping extrem im schwedischen Lappland am Polarkreis. Unsere Lesergeschichte ist diesmal ein echtes Abenteuer - mit Schneesturm, Elch-Chilli und einer Ausrüstung, die selbst Temperaturen von -40°C trotzt. Wir danken Daniele und Jörg für diesen spannenden und beeindruckenden Urlaubsbericht.

Es war schon ein etwas anderer Urlaub, den Daniela und Jörg im März 2009 unternahmen. Selbst beim Lesen ihres "Logbuchs", möchte man am liebsten fröstelnd die Hände aneinander reiben:

27 Stunden reine Fahrzeit - immer gen Norden. 

2300 Kilometer. 

Zwei Reisetage bis ins schwedische Lappland. 

Pausen können wir nur an geräumten Plätzen

- wie auf dem Foto zu sehen - 

oder an Tankstellen machen.

Unser Gespann wurde sorgfältig für diese Reisen geplant. Am Wohnwagen fallen die wenigen Scheiben auf. Es wurde versucht, Kältebrücken zu vermeiden. Die kälteste Temperatur, die wir in Lappland bisher erlebt haben, betrug -40°C. Wir hoffen, gut gerüstet zu sein.

Auf dem Campingplatz wurde extra ein Stellplatz mithilfe eines Schaufelradladers für uns geräumt, denn eigentlich hat der Campingplatz Tärnaby Winterpause. Da wir jedoch Stammgäste sind, hat Bosse für uns eine Stellmöglichkeit geschaffen und einen 230 V Stromanschluss zur Verfügung gestellt. Über diesen wird der Wohnwagen geheizt. Gas funktioniert nicht, da es bei sehr niedrigen Temperaturen nicht ausreichend vergast und auch einfriert.

Gekocht wird auf dem im Hintergrund zu sehenden Benzinkocher, der uns bis jetzt nicht im Stich gelassen hat. Das Elch-Chilli gelingt in 20 Minuten, gegessen wird aber im Wohnwagen. Draußen zu kochen hat den Vorteil, Kondenswasser im Wohnwagen zu reduzieren. Außerdem hatten wir den Wohnwagen im Innern am Fußbodenbereich mit Warmluftschläuchen aus dem Originalzubehör ausgerüstet und diese entlang der Außenwände verlegt. Das Mobiliar wurde so modifiziert, dass die warme Luft frei entlang der Außenwände zur Decke strömen konnte. Das Prinzip hat Erfolg und wir können Kondenswasserbildung trotz extremer Temperaturdifferenzen zwischen innen zu außen verhindern.

Mit solch einem Stellplatz für die Erholungsphasen können wir alle Touren genießen. Damit wir nicht die gesamte Ausrüstung im Rucksack auf dem Rücken schleppen müssen, oder um uns oder unseren Hund bei Verletzungen in Sicherheit bringen zu können, führen wir immer einen Schlitten mit uns mit. Mobiltelefone haben oft kein Netz und die Nottelefone in den Hütten sind nur im Abstand von ca. 20 Kilometern verteilt.

In dieser arktischen, fast menschenleeren Landschaft zu wandern und Ski zu fahren, ist atemberaubend. Das ständig wechselnde Licht im Winter aber auch im Herbst beeindruckt uns immer wieder. Einige der Wanderwege sind im Winter mit kleinen Holzkreuzen zur Orientierung versehen. Jedoch sind solche bei Schneesturm auch im 100-Meter-Abstand nicht immer zu sehen.

Ein Schneesturm wie dieser ereilte uns in diesem Urlaub nur einmal. Zunächst hatte es immer nur für etwa vier Minuten geschneit, danach schien wieder die Sonne. Als die nächste Wolkenwand um 11 Uhr heraufzieht, sieht es aus wie immer. Jedoch entwickelt sich innerhalb von Minuten ein ausgewachsener Schneesturm. Wir sind umzingelt von einem undurchdringlichen Weiß: Es ist keinerlei optische Orientierung möglich. Daher bleiben wir zunächst für eine Stunde an Ort und Stelle und ich nutzte die Zeit für ein paar Beweisfotos. Danach wird  Mars und Snickers gegessen und Tee aus der Thermoskanne getrunken. Als es nach einer Stunde für kurze Zeit etwas aufklart, fahren wir zur Baumgrenze herab, wo wir uns besser orientieren können.

Es gibt aber auch reichlich sonnige Pausen in menschenleerer alpiner Umgebung. Bei den Pausen muss man jedoch darauf achten, dass man sich, sobald man die Skier abgemacht hat, auf eine Thermomatte oder ähnliches setzt, um die Auflage zu vergrößern. Ansonsten kann es passieren, dass man in metertiefem Schnee versinkt und nur mit einer Art Schwimmbewegung wieder herauskommt.

Einer unserer Tagesetappen ist die auf dem Foto zu sehende Stabrehütte. Im Hintergrund links sieht man die Eiswand des Stabregletschers, von dem auch im Sommer hier eiskalte Winde herabwehen. Diese Hütten bieten Schutz für rund vier Leute und sind mit einem Ofen, etwas Brennholz, einer Notration Lebensmittel sowie mit einem Notmobiltelefon ausgestattet. Außerdem darf man sie auch für Pausen benutzen. Bei starkem Wind haben wir schon öfter davon Gebrauch gemacht, da man sonst doch schnell auskühlt.

Mitte März müssen wir leider unsere Sachen zusammenpacken um die Heimreise anzutreten. Allerdings bleiben wir noch vier Tage an der dänischen Nordseeküste, um den Urlaub langsam ausklingen zu lassen. Erholung in Dänemark vom Urlaub. Unsere Beine brauchen nach 14 Tagen täglichen Skitouren und etlichen Höhenmetern eine Pause. Vier Tage entspannen! Das Camping war dank der Unterstützung unseres schwedischen Campinggastgebers aber auch durch die Realisierung unserer Sonderwünsche durch Herrn Dürrwang ein besonderes Erlebnis.

© Dürrwang GmbH & Co. KG Caravan und Reisemobile

Konzeption: rohner communications